Slow Living

Slow Beauty: gelassen älter werden, ohne sich selbst zu verlieren

· von Katrin Oswald

Die Frauen, die man in den Tessiner Dörfern auf den Bänken vor der Kirche sitzen sieht, haben Gesichter wie Landkarten. Jede Falte erzählt von Sonne, Arbeit und Lachen. Viele von uns finden solche Gesichter schön, nur nicht im eigenen Spiegel. Slow Beauty ist der Versuch, diesen Widerspruch etwas freundlicher aufzulösen.

Was Slow Beauty meint

Slow Beauty ist kein neues Produkt, sondern eine Haltung: weniger, dafür bewusster. Statt zehn Schritte Pflege am Abend reichen oft drei. Statt Trends hinterherzulaufen, fragt man, was der eigenen Haut und dem eigenen Leben gut tut. Und man akzeptiert, dass ein Gesicht mit fünfzig anders aussieht als mit dreissig, und dass das kein Fehler ist.

Die Grundlagen wirken am meisten

Die Wirkung von Schlaf, Bewegung und Ernährung auf das Aussehen wird gerne unterschätzt. Wer sieben bis acht Stunden schläft, regelmässig an die frische Luft geht, wenig Alkohol trinkt und nicht raucht, tut mehr für seine Haut als jede teure Creme. Dazu kommt täglicher Sonnenschutz. Das ist nicht spektakulär, aber es ist das, was Dermatologinnen am häufigsten empfehlen.

Auch Stress zeigt sich im Gesicht: Die Stirn ist angespannt, die Kiefer gepresst, der Schlaf leicht. Rituale, die zur Ruhe bringen, zum Beispiel ein Abendspaziergang, Atemübungen oder ein Buch statt Bildschirm, sind deshalb auch Schönheitspflege.

Eine einfache Routine

  • Morgens: sanfte Reinigung mit Wasser, eine Feuchtigkeitscreme, Sonnenschutz.
  • Abends: gründliche Reinigung, eine reichhaltigere Pflege, im Winter eventuell ein Gesichtsöl.
  • Einmal pro Woche: ein mildes Peeling oder eine Maske, wenn die Haut es verträgt.

Und wenn man doch etwas machen möchte?

Gelassenheit heisst nicht, jeden Wunsch nach Veränderung abzulehnen. Manche Menschen stören tiefe Falten zwischen den Augenbrauen, die müde wirken lassen, obwohl man ausgeschlafen ist. Oder die Lippen und Wangen haben an Volumen verloren. Für solche Fälle gibt es heute minimalinvasive Möglichkeiten, etwa eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure, die vom Körper mit der Zeit wieder abgebaut wird. Wer sich das überlegt, sollte sich in Ruhe informieren, mehrere Fachpersonen vergleichen und auf eine natürliche Wirkung achten. Einen Überblick über Kliniken und Preise in der Schweiz bietet zum Beispiel OPVergleich.ch. Eine gute Ärztin wird ehrlich sagen, was realistisch ist, und auch einmal davon abraten.

Sich selbst freundlich anschauen

Vielleicht ist das die wichtigste Übung: morgens in den Spiegel schauen und nicht zuerst nach Fehlern suchen. Das gelingt nicht jeden Tag. Aber je öfter, desto leichter wird es. Slow Beauty ist am Ende vor allem Geduld, mit der Haut und mit sich selbst.